Highlights der 35. BoHeTa

Auf der 35. Bochumer Herbsttagung quasi im Zeichen der Sonne (und rekordverdächtig mit 195 Teilnehmern, wobei viele neue Gesichter dabei waren aber auch viele Stammgäste fehlten) ging es u.a. um

  • eine Sternbedeckung durch Pluto diesen Juli, bei der Gaia half (und sich als sehr präzise erwies, während die unveränderte Existenz der Atmosphäre nachgewiesen wurde; der Referent konstatierte auch, dass der hypothetische Planet Nine wegen geringer Helligkeit und großem Durchmesser ein Sternbedecker mit besonders häufigen brauchbaren Treffern – mehr als Pluto und erst recht Ceres – sein würde),

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  • Panoramen in der Astrofotografie, hier am Beispiel von Las Campanas und La Palma,

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  • eine weitere große Pro-Am-Wolf-Rayet-Stern-Spektroskopie-Kampagne auf Teneriffa (wie vor 7 Jahren auch schon [1. Item] berichtet),

  • die Rekonstruktion des 27-füßigen Spiegelteleskops Schroeters (wobei man erfuhr, dass Herschel kleinere Teleskope der Art desjenigen, mit dem er den Uranus fand, auch verkaufte, für umgerechnet 20’000 Euro),

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  • den Bau eines Planetariums mit 1.5-m-Kuppel (unter die sich 10-12 Leute zwängen können) und Fulldome-Projektion (Gesamtkosten 3-4 k€) an der Sternwarte St. Andreasberg,

  • Techniken zum Selberdrehen von nächtlichen Fulldome-Videos (die in der Kaffeepause mit drei VR-Brillen ausgiebig bewundert werden konnten),

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  • die Reiff-Preise und den Reiff-Vortrag nebst Flyer dazu,

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  • zweimal Sonnenfotografie (hier ein Bischoff’sches Differenzbild einer Fleckengruppe, um Veränderungen in kurzer Zeit zu zeigen), und

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  • eine mögliches neues(?) Standard-Lineal für Galaxienhaufen, das bis 1 Gpc Entfernung einsetzbar sei und jeder Amateur anwenden könne – denn die größte ungestörte Spiralgalaxie von der Seite gesehen sei immer um die 120’000 Lichtjahre groß.

    Und wenn man sie (aus der SDSS, in Aladin) vermisst, korreliert die so gewonnene „LEO“-Entfernung (Largest Edge-On) verblüffend mit Entfernungsangaben aus NED. Mal ein provokativer Amateur-Astrophysik-Vortrag als Rausschmeisser – ein alter Hut (wie ein anwesender Profiastronom glaubt) oder eine neue Methode gar, um H0 zu finden? Die nächste BoHeTa ist jedenfalls voraussichtlich am 11.11.2017.