Riesenfleckengruppe nur noch eine Marginalie

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Nach dem 19. Oktober in Bonn und dem 23. Oktober auf der A3 heute Vormittag in Bochum – unter Wetterzwang einen 4-Tages-Rhythmus einhaltend – schon der Abschiedsblick auf die größte Fleckengruppe in 1/4 Jahrhundert: durch etwas trüben Himmel zwar, aber das war mit Bildverarbeitung weitgehend auszugleichen. Abends noch ein Vortrag über Amateurfunk in der VSW Bonn, dem 2015 eine weitere Veranstaltung folgen soll:

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R.I.P., Father Badillo!

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Während über Witten-Herbede kurz wüste Dämmerungsfarben glühen, hier zugegebnermaßen ein wenig kontrastverstärkt, kommt die Kunde von den Philippinen, dass der „Vater der philippinischen Astronomie“, Pater Victor Badillo, heute verstorben ist: Nachrufe und Eulogien hier, hier und hier, seine Vita & Publikationen – und seine Facebook-Seite nun mit Kondolenzen. Victor Badillo hatte diesem Blogger und drei Begleitern, 1988 für die SoFi auf Mindanao im Lande, eine – kurioserweise nächtliche – Tour durch sein Sonnenobservatorium in Quezon City gegeben: Damals war der Physiker der einzige professionelle Weltraumforscher des Landes. Und gleichzeitig läuft, wie passend, auf Tele 5 dreieinhalb Stunden lang Supernova – Wenn die Sonne explodiert: Sonnenphysik-Trash vom Allerfeinsten …

Der Riesen-Sonnenfleck … über der A 3

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Aufnahmen der größten Fleckengruppe des laufenden Zyklus – und einer der größten aller Zeiten – freihändig mit einer Panasonic DMC-FZ48 bei maximalem Zoom, während einer Geschäftsreise nach Franken in sich heute über der A 3 auftuenden Wolkenlücken. Oben viermal am Vormittag auf einem Rastplatz beim Spessart (alte SoFi-Brille mit Black Polymer, Brille mit Baaderfolie, Black Polymer in S/W-Darstellung, Ausschnitt aus einem anderen solchen Bild), unten kurz vor Sonnenuntergang zwischen Erlangen und Würzburg bei Tempo 120 (altes Stück Filterfolie, vermutlich auch Baader) – letzteren einzigen guten Treffer unter den Umständen gibt’s beim Anklicken auch in voller Auflösung.

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Ein Stern wird … gehen

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Der amerikanische Physikprofessor Aaron Adair heute vor dem Dreikönigenschrein im Kölner Dom – eine kurze „Pilgerfahrt“ zusammen mit diesem Blogger zwischen der Landung in Köln-Bonn und seinem Vortrag über den „Stern von Bethlehem“ am Abend für die Kölner ‚Skeptics in the Pub‘, Motto „Wissenschaft bei Gerstensaft“. Hier noch ein paar mehr Details des – über die Jahrhunderte allerdings immer wieder mal umgebauten – Schreins:

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Eigentlich war der Zugang zum Schrein überraschend – wegen einer kurzfristig angesetzten Chorprobe – gesperrt, aber der Verweis auf den „extra deswegen und nur heute angereisten US-Professor“ erwirkte den Zugang (mit persönlicher Bewachung). Nicht im Bild der anschließende Besuch einer kleinen aber feinen Sonderausstellung zu dem Schrein (mehr und mehr) in zwei Teilen, einem Raum der Schatzkammer und einem anderen hinter dem Dom-Shop.

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Adairs fulminanter Vortrag – wenn sich ein Profi für Physik-Didaktik über Geistesgeschichte hermacht: So muss das! – ließ trotz vielfach dürftiger Primär-Quellenlage keinen Zweifel daran, dass „der Stern“ anfangs als übernatürliches Phänomen gedacht war und viele Jahrhunderte lang auch explizit so verstanden wurde, wobei die Story trotz ihrer Kürze auch noch vor inneren Widersprüchen strotzt.

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Was Wunder, dass keiner der viel späteren astronomischen Deutungsversuche schlüssig ist – die im frühen 19. Jh. im Rahmen wild entschlossenen Bemühens der ‚Rationalisten‘, so ziemlich jeden Satz in AT und NT wissenschaftlich zu erklären (oder auch mal weg zu erklären), Fahrt aufnahmen, wobei der eigentliche Zweck der Texte gern missachtet wurde. Und auch heute noch wird, denn die 200-jährige Irrfahrt durch die Hypothesenlandschaft dauert an …

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Unter dem grimmigen Blick des verantwortlichen Evangelisten entwickelte Adair am Ende sogar eine noch unpublizierte detailreiche Hypothese, was sich dieser ganz genau mit der Übernahme des bekannten Sternmotivs gedacht haben mag, im Zusammenhang mit damals verbreiteten Vorstellungen über sterbene und wiederkehrende Götter. Die vorgetragene Materialfülle des anregenden Abends – mehr Bilder hier, hier und hier – kann sich in einem Artikel gar nicht wiedergeben lassen, muss sie aber auch nicht: Der Vortrag wurde aufgezeichnet und ist hier komplett zu sehen (sowie ein späterer hier und ein langes früheres Paper Adairs hier)! Während es beim nächsten SitP-Termin im November erheblich makabrer werden wird: Die weihnachtliche Stimmung bleibt der Reihe erhalten.

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Eins mit dem Universum … in Niederdollendorf

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Am Bahnhof von Niederdollendorf auf einen Zug wartend, zeigte sich kurz vor 19:30 MESZ tief im Westen unverhofft die ISS, die praktisch senkrecht aufstieg und immer heller wurde, bis sie gefühlt durch den Zenit ging (real waren es 82° Maximalhöhe) und dann gen Osten entschwand: Im Moment des Überflugs bildeten Erdmittelpunkt, Blogger und Raumstation quasi eine kosmische Achse … Auffällig die – bei der gegenwärtigen Bahnhöhe von 413 x 416 km – geringe Winkelgeschwindigkeit am Himmel: Viele Satelliten sind deutlich schneller. So dauerte der ganze Überflug von Aufgang bis zum (baumhalber unbeobachteten) Schatteneintritt 8 Minuten.

Volksastronomie im Zeichen des Riesen-Sonnenflecks

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Der 2014-er Tag der Offenen Tür der VSW Bonn stand ganz im Zeichen gleißenden Sonnenscheins und sommerlicher Temperaturen in den Mitt-20-ern – und der Aktivitätsregion (1)2192, die zwei Tage zuvor auf die Vorderseite rotiert war, heute Morgen bereits eines X-Flare produziert hatte und nun mit zahlreichen Teleskopen unter die Lupe genommen wurde. Auch fotografisch: Das beste Ergebnis gab es – Obacht: seitenverkehrt – in einem kleinen Maksutov mit hochwertigem Folienfilter (rundes Bild), durch den dann auch gleich direkt fotografiert wurde (Totale, völlig unverarbeitet, und Detail darunter).

Heute vor 25 Jahren: ein Tag – drei historische Ereignisse

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Zumindest in UTC und Deutschland – wo damals die Sommerzeit schon Ende September endete – fiel alles auf den 18. Oktober 1989 (und kam daher auch alles in der Tagesschau um 20:00 MEZ vor):

Welches dieser Ereignisse wohl die Geschichte am stärksten geprägt hat? Das kommt auf den Betrachter an – aber dieser Blogger kann sich dank der Koinzidenz aller drei deren Datum seit 25 Jahren problemlos merken …