Genzel, Jena, Aachen etc.

Di, 15. Oktober: ein Live-Call von Bochum zum ISS-Commander – viele Bilder hier. (Bei einem weiteren Live-Call zwei Tage später via Amateurfunk kommen wesentlich mehr der vielen eingereichten Fragen durch.)

Drei e-Scooter, drei Anbieter – noch stehen sie friedlich nebeneinander vor dem Bochumer Hbf …

Entdeckung, 50 Jahre danach: Der angebliche Lunar Transient während Apollo 11 („Eine totale Sonnenfinsternis für die Crew …“; letzter Satz) hat es – reichlich übertrieben – auf eine deutsche Frontpage gebracht. Wer das das in Bochum war und wie die Kommunikation mit der Kapsel lief, bleibt indes weiter im Dunkeln.

Mi, 16. Oktober: Bei den Bad Honnefer Industriegesprächen zeigt Reinhard Genzel auch noch unveröffentlichte Daten des VLTI-Instruments GRAVITY – sie deuten Schwarzschild- und Lense-Thirring-Präzession im Orbit von S2 an und dass die Flares von Sgr A* mit magnetisierten Hotspots nahe der innersten stabilen Bahn (ISCO) zusammen hängen könnten. Und am Rande wird bekannt, dass es tatsächlich schon 2020 das EHT-Bild von Sgr A* geben könnte – na dann Mahlzeit!

Fr, 18. Oktober: Im Vorfeld des ersten Meetings des Helmholtz-Nachtlicht-Projekts in Jena parallels Lampenzählen – wie in der Pilot-Phase (Eintrag vom 5.9.) aber mit der 1. Version eines konsolidierten Formulars – durch einige Teilnehmer in der gezeigten Straße. Mehr Bilder aus dem nächtlichen Jena sowie vom eigentlichen Workshop am nächsten Tag in diesem Album.

Sa, 19. Oktober: Also das Planetarium geht mit seinen vielen Kugelleuchten auf dem Gelände in Sachen Lichtverschmutzung mit leuchtendem Beispiel (nicht) voran …

… während direkt gegenüber im Nucleus Jena der erste Workshop zum neuen Projekt der Citizen Science stattfindet: mehr Bilder und viele Folien im o.g. Album! Ziel des dreijährigen Projekts „Nachtlicht-BüHNE: Bürger-Helmholtz-Netzwerk für die Erforschung von nächtlichen Lichtphänomenen“ ist die Entwicklung eines Co-Design-Prozesses für App-basierte Citizen-Science-Projekte bei dem Bürger gemeinsam mit Wissenschaftlern arbeiten: eins von drei ausgewählten Pilotprojekten, die gute Förderung durch die Helmholtz-Gesellschaft erhalten. „Co-Design“ heißt dabei, dass der ‚Bürger‘ nicht erst als Datensammler ins Spiel kommt sondern schon in der Planungsphase mitwirkt: Das zu organisieren, gilt es zu lernen – und stellte sich in Jena (wo eine beteiligte Abteilung des DLR ansässig ist) bei zwei Dutzend Teilnehmern als nicht immer leicht heraus, aber es wurden wichtige Fortschritte gemacht.

Bei Nachtlicht-BüHNE soll zum einen eine App für effientes Zählen aller Lichtquellen entlang von Straßen entstehen, um eine Beziehung zu den Nachtbildern der Erde insbesondere von NPP-Suomi herzustellen und den Verdacht zu prüfen, dass geschäftliche und private Lichtquellen inzwischen mehr zur Lichtverschmutzung als Straßenlampen beitragen, zum anderen wird unter Führung des DLR in Adlershof eine Melde-App für Feuerkugeln entwickelt, wobei über das für die breite Öffentlichkeit gedachte und erfolgreiche internationale Melde-System der IMO hinausgehende Funktionalität (zumindest mir) noch nicht recht klar ist. Die Teilnehmer des Jena-Meetings kamen aus vielen unterschiedlichen Bereichen und unfassten z.B. den Mann hinter dem Projekt „Lichtwache“ oder einen Entwickler preiswerter Allsky-Meteorkameras, wie sie die entsprechende Szene (Absätze 2-3) tatsächlich brauchen könnte.

In Jena wurden grundlegende Anforderungen konstatiert, etwas dass Meldungen über beide Apps per Feedback-Funktionen dem Nutzer klar machen müssen, dass etwas Sinnvolles passiert und dass Messungen bzw. Beobachtungen nicht in verborgenen Datenbanken verschwinden dürfen, auf die dann nur wenige Zugriff haben. Ansonsten wurde viel über die Prozeduren des Co-Designs und die beste Kommunikation in auf viele Orte verteilten Kollaborationen diskutiert und wann wieviele mitmachen dürfen und sollen: Wenn voraussichtlich im November eine Projekt-Homepage online geht, wird das Bild genauer werden. Die erste groß angelegte Lichter-Messung per App soll jedenfalls von Herbst 2020 bis März 2021 steigen, und erste Veröffentlichungen und Evaluierungen – auch des ganzen Entwicklungsprozesses auf Meta-Ebene! – sind ab Sommer 2021 geplant, bevor die Finanzierung für zumindest diese erste Phase im Juni 2022 endet.

So, 20. Oktober: Eine totale Sonnenfinsternis spielt eine bedeutende Rolle in dem bizarren Murot-Tatort „Angriff auf Wache 08“ (sehr unterschiedliche Kritiken z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) – und wird dargestellt durch eine durch Wolken mit langer Brennweite gefilmte echte SoFi. Hier nachträglich eingedunkelt der Anblick kurz nach Beginn der (übrigens 5 Minuten und 6 Sekunden währenden) Film-Totalität – aber das Video läuft erstens rückwärts und ist zweitens auch noch seitenverkehrt! Denn es handelt sich um die ‚amerikanische‘ SoFi von 2017: Man nehme z.B. dieses Bild kurz vor dem dritten Kontakt aus meiner Galerie aus Oregon und spiegle es horizontal: Das Muster der Protuberanzen passt perfekt …

Mi, 23. Oktober: Zur behaupteten ‚Quantum Supremacy‘ von Google gibt es das Original-Paper und jede Menge mehr open access – viel Spaß …

Do, 24. Oktober: Mag ja sei einem guten Monat astronomischer Herbst sein – aber die Night-Sky-Petunien auf dem Balkon (Bilder vom 8. Juni) geben immer noch nicht auf …

Sa, 26. Oktober: Treffen von Astronomie West auf der Sternwarte Aachen bei geradezu Sommerwetter – ein Mini-Bericht und noch mehr Bilder von mir und vom Gastgeber. Am Abend noch beim Ambient-Festival im Planetarium Bochum reingehört. Und in der Nacht bei kaum Licht trotzdem eine Nahaufnahme eines – recht großen – Silberfischchens in der Spüle in Witten:

Ein Gedanke zu “Genzel, Jena, Aachen etc.

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