31. Raumfahrt-Kolloquium Aachen

Auf dem 31. Raumfahrt-Kolloquium an der FH Aachen der Rektor M. Baumann und die Referenten H.-J. Blome (der im Wesentlichen zu diesem Thema vortrug), T. Reiter (der mehrere ESA-Beiträge zu den neuen Luna-Missionen Russlands ankündigte und u.a. diese und diese Webseite empfahl), E. Mulder (der klar machte, wie wenig immer noch von der Reaktion des menschlichen Körpers auf µg verstanden wird, weshalb nun schon die x. Bed-Rest-Studie geplant wird) und V. Schmid über die Horizons-Mission (CIMON werde eines Tages einsame Astronauten auf dem Weg zum Mars bei Laune halten) und was danach kommt, z.B. Bartolomeo auf der ISS – 14 Screenshots der Aachener Vorträge sind in diesem Thread zu finden.

J. Schlutz verwendete ein Online-Tool, um während seines Vortrags Publikums-Antworten auf die Fragen „Was sollte das vorrangige Ziel der astronautischen Raumfahrt in den nächsten 15 Jahren sein?“ und „Warum sollten wir Exploration betreiben?“ zu sammeln (und empfahl die International Space Exploration Coordination Group ISECG als richtungsweisend).

D. Wilde stellte den aktuellen Planungsstand der Lunar Orbiting Platform vor, die nun in einer „konkreten Vorstudien-Phase“ ist: Die USA wollen das erste Modul (auf einer kommerziellen Rakete) 2022 starten, mit dem weiteren Aufbau in den folgenden 5-6 Jahren mit solchen und SLS-Starts (jeweils als Zusatz-Payload zu einer Orion) vollenden. Eine 4-köpfige Besatzung solle dann 30 bis 90 Tage bleiben, mit deutlich weniger ‚Luxus‘ als auf der ISS, die meiste Zeit ist aber keiner da. Und der Orbit, mit permanentem Sichtkontakt zur Erde und Sonne ist viel „interplanetarer“ als der der ISS. Als Rausschmeißer zog schließlich Raumfahrt-Rentner W. Seboldt diverse Ideen zur Kommerzialisierung der bemannten Raumfahrt durch den Kakao (dass dies bei der ISS schwerlich gelingen würde, hatten auch andere Referenten vorgerechnet) – damit endete das Kolloquium nach 7 1/2 Stunden, die nur durch zwei mit 20 Minuten viel zu kurze Kaffeepausen unterbrochen worden waren:

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4 Gedanken zu “31. Raumfahrt-Kolloquium Aachen

  1. Lediglich 38 Achtstundentage im Jahr wissenschaftliche Nutzung für Europa auf der ISS. Ich weiß jetzt nicht, wie diese Nutzungszeit zustande kommt (berechnet wird), aber richtig begeistern tut mich das nicht. Wenn man dann noch die 800 kg wissenschaftliche Nutzlast des (hoffentlich) zukünftigen Space Riders mit den jährlich 500-600 kg bei der ISS vergleicht und bedenkt, dass die Teilnahme (ohne Forschung) an der ISS der ESA mindestens ein ESM pro Jahr kostet – dann sehe ich meine Skepsis gegenüber dem ISS Programm (und etwaigen lunaren Fortsetzungsplänen) bestätigt.

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    • Der europäische Anteil an der Experimentzeit wird knallhart aus den finanziellen (bzw. indirekten, via Orion-SM) Beiträgen der ESA zum ISS-Programm berechnet – auch Gerst hat nur einen kleinen Teil seiner Arbeitszeit den horizons-Experimenten widmen dürfen. Ob sich das lohnt – keine Ahnung: Da muss man außer dem (dürftig dokumentierten!) wissenschaftlichen Ertrag auch den Rückfluss an Industrieaufträgen und „transutilitäre“ Aspekte (wie internationale Zusammenarbeit und Inspiration in Sachen MINT – bei Gersts Missionen durchaus fühlbar) einpreisen.

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  2. Mmh, transutilitär. Das gibt’s doch auch bei sinnvollen Projekten wie beispielsweise Cassini-Huygens oder Rosetta, nur mit größerer Breitenwirkung und ohne seltsamen Beigeschmack.

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  3. Pingback: Mehr von diesem Blogger seit Ende Oktober | Skyweek Zwei Punkt Null

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