Dreimal kleine Aliens … im Kino

Derzeit laufen (im letzteren Fall meist: liefen) drei viel beworbene SF-Filme in den Kinos, die ziemlich verschieden sind, bei denen aber jeweils Jung-Aliens eine wesentliche Rolle spielen. Also wieder Zeit für eine vergleichende Kurz-Besprechung unvergleichbarer Filme – von denen zwei überraschend „tiefe“ Science Fiction bieten und gar Lust auf die unvermeidlichen Sequels machen. Mild Spoiler Alert!

Alien: Covenant, der heute gestartet ist, ist ein viel besseres Sequel des enttäuschenden Prequels „Prometheus“ des Original-„Alien“-Films, sitzt also in der Mitte zwischen zwei Stories (wie „Rogue One“ bei Star Wars), was aber nicht weiter auffällt: Die Handlung ist nicht wirklich neu (arglose Raumfahrer landen auf einem Planeten, wo sich die Aliens schon auf frische Wirte freuen), aber die Erzählweise ist erfrischend anders. Nämlich größtenteils ziemlich bedächtig und das Szenenbild auskostend, während man die meisten der wenigen handelnden Personen ganz gut kennen lernt, wobei die weibliche Hauptdarstellerin verblüffend an die ESA-Astronautin Cristoforetti erinnert: Das macht das Ganze glatt irgendwie ‚echter‘. Die wenigen (aber um so energischeren) Splatter-Szenen sind fast nur Zugaben, und viel Zeit wird auch Diskussionen zwischen zwei Androiden gewidmet, beide hoch entwickelt aber aus unterschiedlichen Baureihen: Das macht kurioserweise Lust auf das kommende „Blade Runner“-Sequel aus einem gänzlich anderen (oder auch nicht?) Universum.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 überrascht ebenfalls: nicht mit dem krassen Humor-Gewitter in überbordenen Weltraum-Settings, denn das erwartet man ja nach dem ersten Teil. Sondern weil der Handlungsrahmen durchaus Tiefgang auf gleich mehreren Ebenen aufweist: Eine solche Kombination von (nicht unfreiwilligem, wohlgemerkt) Humor und ‚ernstzunehmender‘ SF hat es meiner Erinnerung nach das letzte Mal – 1974! – in „Dark Star“ gegeben und in einem ‚Blockbuster‘ noch nie; „Space Balls“ und andere reine Parodien bekannter Filme zählen da nicht. Life schließlich war zwar solides Handwerk – aber ausschließlich aus bekannten Elementen von Aliens-schleimen-sich-ein-Filmen der letzten 50+ zusammen gedengelt. Schon wieder geht die ISS kaputt, das hatten wir doch erst in „Gravity“. Und die menschlichen Rollen waren so uninteressant, dass ich mich tatsächlich schon jetzt an keinen einzigen Charakter mehr erinnern kann …

Bleibt noch der Vergleich der Jung-Aliens in den drei Filmen … „Alien: Covenant“ (namenlos; mehrere ‚Auftritte‘ … oder besser Austritte): erst mikroskopisch, dann fies aber – Gigers Geist ist allgegenwärtig – beeindruckend ausgestaltet, dann sehr fies. „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (Baby Groot): süß und ziemlich doof aber am Ende über sich selbst hinaus wachsend – in den Sequels dann sicher auch in Wortsinne. „Life“ (Calvin): erst mikroskopisch, dann süß, dann fies – aber kein Vergleich zu Schleimmonstern aus B-Movies der Vergangenheit. Und zu den „Alien“-Aliens schon gar nicht. Mehr – z.T. auch ‚wissenschaftliche‘ Erörterungen – zu „Alien“ hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, zu „Guardians“ hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zu „Life“ hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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