Astronautenausbildung an der VSB

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Anderthalb Stunden äußerst detaillierter wie fesselnder Vortrag des Botanikers und jetzt Leiters des EAC-Astronauten-Trainings Rüdiger Seine an der Volkssternwarte Bonn, in dem neben einer systematischen Darstellung des langwierigen Weges eines Neulings bis zur ISS z.B. auch zu erfahren war, dass

  • nicht alle Schritte des Auswahlverfahrens für Astronauten-Bewerber öffentlich bekannt sind (bei dem auf ein schnelles Aussieben des größten Teils geachtet wird, damit nur wenige die teuren komplexen Tests erreichen);
  • wenn im Training mal einer eine Prüfung nicht schafft, dies stets der Ausbildung und nicht dem Anwärter zugeschrieben wird, denn dass der überhaupt so weit gekommen ist, beweist ja, dass er es eigentlich können muss;
  • gezielt die meisten Feiertage in den ISS-Nationen vermieden werden, indem Crews in Ausbildung immer gerade dorthin verbracht werden, wo dieser nicht (oder wie Weihnachten in Russland an einem anderen Datum) begangen wird;
  • die ISS-Kommandanten gerne mal die Toilettenreinigung übernehmen, weil sie dann mit größerer moralischer Autorität von den anderen Crewmitgliedern lästige(re) Arbeiten abfordern können;
  • mit der Einführung der kommerziellen amerikanischen Crew-Transporter einmal jede zweite der regelmäßigen Soyuz-Missionen entfallen wird, womit die ESA-Astronauten dann überwiegend als Passagiere der amerikanischen Vehikel zur ISS kommen werden;
  • der Mitflug von ESA-Astronauten mit der Orion (von der ja zumindest die ersten beiden europäische Service-Module haben werden) jenseits des LEO geplant ist, wohl aber nicht bei den frühen EM-Missionen; und
  • die ESA davon ausgeht, dass lange vor einem Marsflug am oder auf dem Mond geübt werden wird, wobei tatsächlich eine kleine Raumstation in der Nähe des Mondes gewünscht wird.
Auch war zu erfahren, dass inzwischen mehrere aktive ESA-Astronauten fleißig Chinesisch lernen, in der Erwartung eines Tages Chinas Raumstation besuchen zu können – die Verhandlungen darüber sind aber diffizil und langwierig und laufen auf höchster Ebene ab. Es ist der ESA aber schon gelungen, Europäer, Chinesen und sogar Amerikaner gemeinsam trainingshalber in eine Höhle zu locken …

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